Bernarda

 

Ein Tanztheater des Jugendtanzensembles

 

Letzte Vorstellung:

02.04.16 | Probebühne Mondstaubtheater

 


Eine augenscheinlich noch sehr junge Frau trägt ihren gerade verstorbenen Ehemann zu Grabe.

Der Beerdigte jedoch war nicht ihre große Liebe. Ihr Herz hatte sie vor vielen Jahren bereits einem anderen geschenkt, der ihre Hoffnungen aber enttäuschte. Die damals gerade 16jährige wurde schwanger, der vermeintliche Vater ließ sie sitzen und die Vorwürfe ihrer eigenen Mutter prasselten auf sie nieder. „Einer“ hat sie dann trotz der Schwangerschaft doch genommen. Er wurde ihr Ehemann – nicht mehr und nicht weniger. Seitdem lebt sie mit den tiefen Spuren, die die Ereignisse in ihrer jungen Seele hinterlassen haben, und hat ihre Konsequenzen daraus gezogen. Und nun ist sie wieder allein.

Inzwischen selbst Mutter von vier Töchtern - die Älteste 20 und die Jüngste 16 - ist sie streng, gebieterisch, unerbittlich, kühl und...verbittert. Sie liebt ihre Kinder, aber kann ihnen trotzdem keine Wärme geben. Am wenigsten der Erstgeborenen, die ihrer Ansicht nach ihr Leben ruiniert hat. Sie will sie unbedingt schnell verloben. Loswerden. Für die anderen Drei will sie das Beste. Dabei merkt sie nicht, wie sehr diese jungen Mädchen leiden. Wie groß ihre Sehnsucht nach Freiheit und Spaß ist. Wie ihre jungen Körper und Herzen nach Liebe suchen – genauso wie bei den anderen Gleichaltrigen im Dorf. Doch die eingebrannten Glaubenssätze, die die Mutter als Selbstschutz einmal aufgestellt hat, zerreißen sie selbst ebenso wie ihre gute Freundin und gleichzeitig Haushälterin. Und sie führen zur tragischen Verzweiflung ihrer jüngsten Tochter, die ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt…

 

Angelehnt an das Theaterstück  „Bernarda Albas Haus“ von Federico García Lorca, das 1936 in Spanien veröffentlicht wurde, inszenieren elf Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren ihr eigenes Tanzstück. 80 Jahre nach Erscheinung des Stückes setzen sie sich mit den Themen Tradition, Geschlechterrollen, Familie und gesellschaftliche Normen auseinander und stellen so auf ihre Art einen Bezug zu ihrem eigenen Leben her.

 

 

Choreographie: Gabriele Bocek

Musik: Clemens Nöbel

Licht & Kulisse: Silke Böttcher

Kostüme: Martina Schaal

Foto: Reinhard Riedel