„Bewegte Welten“

Ein praktisches Tanz-Symposium

Mit dem Tanzsymposium „Bewegte Welten“ vom 01. – 03.05.2020 möchten wir erneut einem Fachpublikum die Gelegenheit bieten, sich ganz praktisch und intensiv einem Thema zu widmen. Diesmal: „Tanz & Spiel in Pädagogik und Therapie“. Gemeinsam mit anerkannten Spezialist*innen aus Theatertherapie, Schauspiel, Laban-Bartenieff Bewegungsstudien und Tanzpädagogik beschäftigen wir uns mit der Frage, welche Formen der darstellenden Künste in pädagogische und therapeutische Prozesse eingehen können.

An drei Tagen bieten wir mehrere Workshops und Angebote, die alle Teilnehmenden durchlaufen. In dieser Zeit geht es um Selbsterfahrung und das Schaffen von Handlungsspielräumen, um auf Körper und Geist Einfluss zu nehmen. Das Erleben steht im Vordergrund. Pädagog*innen und Therapeut*innen in Bereichen der Kunst und angrenzenden Ressorts sind gefragt sowie alle, die sich gerne mit menschlicher Bewegung beschäftigen.

Die durchgängige Anwesenheit aller Referent*innen und Teilnehmenden ist erwünscht, um den Austausch und die Vernetzung umfassend zu ermöglichen. Alle Teilnehmenden erhalten einen Nachweis über die Anwesenheit und die Inhalte der Veranstaltung in Form eines Zertifikates, sowie eine Arbeitsmappe mit den zusammengefassten Schwerpunkten.

Ort: Mondstaubtheater e. V., Horchstr. 2, 08058 Zwickau

Anmeldung: Bitte sendet die ausgefüllte Anmeldung Bewegte Welten 2020 bis spätestens zum 07.04.2020 zurück!

Teilnahmebeitrag:          Frühbucher bis 07.03.2020        160,- €/ 110,- € ermäßigt

danach                               190,- € / 120,- € ermäßigt

Ermäßigung gilt für Student*innen, Auszubildende, Teilnehmende eines Freiwilligendienstes. Bei besonderen sozialen Lebenslagen nach Absprache. Die Teilnahme kann auch gefördert werden durch einen Prämiengutschein des Bundesprogramms „Bildungsprämie“.

Ansprechpartnerin: Nicole Lorenz unter n.lorenz@mondstaubtheater.de oder 0375/ 606 10 655

Freitag, 01.05.2020

16:00 Uhr | Ankommen

17:00 – 18:00 Uhr | Körperarbeit „Bewegt in Verbindung“ mit Matthias Markstein

18:00 – 19:00 Uhr | Tanz & Spiel: Kennenlernen mit Gabriele Bocek

19:30 Uhr | Abendessen & Vorstellung der Referent*innen

Samstag, 02.05.2020

08:30 – 09:30  Uhr | Guten Morgen, Körper mit Matthias Markstein

10:00 – 13:00 Uhr | Workshop 1: „Wenn der Tanz mit dem Theater…“ mit Anna und Wolfgang Tiedt

paralle: Workshop 2: „Rituelle Strukturen und Elemente als Medium in Therapie und Pädagogik“ mit Ilil Land-Boss

13:30 Uhr | Mittagessen

15:00 – 18:00 Uhr | Gruppenwechsel: Workshop 1 und 2 mit Anna und Wolfgang Tiedt, Ilil Land-Boss

18:30 Uhr  | Abendessen

20:00 Uhr | Pre-View Tanztheater “Schwingungen“ mit dem Tanztheaterensemble des Mondstaubtheater

– nicht öffentlich, nur für Teilnehmende des Tanz-Symposiums!

Sonntag, 03.05.2020

08:30 – 09:30  Uhr | Guten Morgen, Körper mit Matthias Markstein

10:00 – 11:30 Uhr | Fortsetzung Workshop 1 und 2 mit Anna und Wolfgang Tiedt, Ilil Land-Boss

11:45 – 13:15 Uhr | Gruppenwechsel:  Fortsetzung Workshop 1 und 2 mit Anna und Wolfgang Tiedt, Ilil Land-Boss

13:15 – 13:45 Uhr | Reflexion & Abschied

13:45 Uhr | Mittagessen

Workshops

Workshop 1: „Wenn der Tanz mit dem Theater in Bewegung kommt“

…versteht das Theater die getanzte Bewegung und tanzend zeigt das Theater, wie beweglich es sein will und kann. Dies wollen wir an einer ausgewählten Ausgangsidee aufzeigen.

Unsere künstlerische Vorgehensweise orientiert sich an den Methoden der strukturierten Improvisation. Zum Einen prozessorientiert verstanden als Technik des Explorierens und Experimentierens mit Hilfe variabler Aufgabenstellungen, zum anderen produktorientiert als Methode der Erfindung und Entwicklung von Gestaltungsergebnissen im Sinne von „der Prozess bestimmt und macht das Produkt“.

Workshop 2: „Rituelle Strukturen und Elemente als Medium in Therapie und Pädagogik“

Der Workshop wird u. a. von der Annahme geleitet, dass im Leben und Alltag der meisten Menschen hier und heute zahlreiche Übergänge keine ausreichende Gestaltung und rituelle Einrahmung finden und dass dieses Fehlen von Zeit, Raum und rituellen Gefäßen zu emotionalen und psychischen Belastungen führen kann.

Nicht nur bei Tod und Verlust, sondern auch bei Übergängen von einer Lebenssituation zu einer anderen, z. B. Beruf, Lebensalter oder Beziehung und Familie betreffend, können kleinere oder größere Trauerprozesse eine zentrale Rolle spielen, in denen das Alte verabschiedet wird, damit das Neue angenommen werden kann.

Individuelle Empfindungen können so eine gewisse Einbettung in einen größeren Rahmen erfahren, und die ästhetische Distanzierung kann einen Zugang und gleichzeitig eine Gestaltgebung und dadurch Handhabung erlauben.

Ebenso können rituelle Strukturen und ‚Raster‘ auch den Aufbau therapeutischer und pädagogischer Prozesse bereichern.

Es werden rituelle Strukturen sowie einige Formen – Gesten, Körperhaltungen und einfache Bewegungen – vorgestellt, die in unterschiedlichen Kulturen im Kontext von Übergängen vorkommen. Damit soll ein experimenteller Ausdrucksraum eröffnet werden, in dem Aspekte des Lebens und der Persönlichkeit der Teilnehmenden, die aktuell eine Beachtung benötigen, einen Ausdruck in einem klar gerahmten rituellen Gefäß finden können.

‚Theoretische‘ Inputs zu gemeinsamen Wurzeln von Theater, Therapie und Ritual, zu Strukturen von Übergangsritualen und zu einer Ritualstruktur, an der sich die Theatertherapie häufig orientiert, sollen den Workshop bereichern.

Körperarbeit „Bewegt in Verbindung“ und „Guten Morgen, Körper“

In diesen beiden Formaten finden Sie innerhalb unseres Symposiums die Möglichkeit unabhängig vom regulären Programm, sich und Ihrem Körper Zeit zu geben. In 60 Minuten Starterpaket vor den Workshops können Sie Bewegungsimpulsen folgen und über Wahrnehmen ins Tun kommen. Es geht um Zentrieren und das Differenzieren von Körperspannung. Innerhalb verschiedener koordinativer Bewegungsmuster kann es zwar anstrengend werden, allerdings geht es gezielt darum, Körperverbundenheit zu erfahren.

Referent*innen

Ilil Land-Boss

  • M. A. in Theater- und Filmwissenschaft, Kulturanthropologie und Linguistik
  • Theatertherapeutin DGfT reg., Heilpraktikerin für Psychotherapie, Schauspielerin, Regisseurin, Performerin, Dozentin für Theater, Theaterpädagogik und Theatertherapie
  • 2017 – 2018 Gastprofessorin am einzigen deutschen Lehrstuhl für Theatertherapie (HfWU Nürtingen-Geislingen)
  • Dozentin am ITT Institut für Theatertherapie, an der HMT Hochschule für Musik und Theater Rostock, an der Akademie für Kulturelle Bildung Remscheid uvm.
  • Besondere Schwerpunkte meines Interesses sind Ritualität, Trauma, transgenerationelle Dynamiken, kollektive Themen, transkulturelle Ansätze

Anna Tiedt

  • Dozentin für Tanz, Improvisation und Bewegungstheater
  • Studium des Modernen Tanzes an der Deutschen Sporthochschule Köln und an der American University Washington D.C., USA (Graham, Taylor, Tharp, Nikolais u.a.)
  • Aufführungspraxis mit der Tanzgruppe Lex und der Bewegungstheatergruppe MIMASS (Tanz und Choreografie)
  • 1974 – 2012 Leitung und künstlerische Konzeptionierung des Schwerpunktfaches Spiel-Musik-Tanz/Bewegungstheater an der Deutschen Sporthochschule Köln (zusammen mit Prof. Wolfgang Tiedt)
  • Künstlerische Leitung zahlreicher  Aufführungen innerhalb und außerhalb der Hochschule
  • Initiatorin und Mitarbeit bei der Entwicklung des Weiterbildungsmaster Tanzkultur an der DSHS
  • Seither Honorarkraft u.a. im Master – Studiengang Tanzkultur V.I.E.W. der DSHS Köln, im DBT und im Mastermodul Tanz in Schulen
  • Schwerpunkte meiner künstler.- wissenschaftl. Arbeit (Veröffentlichungen): Anleitung und Entwicklung kreativer Prozesse in Tanz und Bewegungstheater (vom Experimentieren zum Produzieren)/Tanzdidaktik und -pädagogik/ Methoden der Improvisation im Tanz/ Mentoring  pädagog. und künstler. Projekte von Tanzkünstlern in Schulen/Chor – Choreographie, u.a.  Choreographie des „Herzekrank“ Programms des Chor d`accord, Köln
  • Leitung zahlreicher Fort – und Weiterbildungen an und für Institutionen im In-und Ausland/ Mitinitiatorin des Projektes „Tanz in der Schule“ der GZT/ Landesbüro Tanz NRW. Mitglied im Kulturrat NRW. Vorstandsmitglied der LAG Tanz NRW.

Wolfgang Tiedt

  • Professor an der Deutschen Sporthochschule (1969-2011)
  • 1997 – 2011 Leiter des Instituts für Tanz und Bewegungskultur
  • Leitung des Weiterbildungs- Masterstudienganges Tanzkultur V.I.E.W. an der Deutschen Sporthochschule Köln
  • Lehrbeauftragter an der Musikhochschule Köln und der Universität Köln
  • 1981/82 Gastprofessor am Mozarteum (Orff-Institut)  in Salzburg
  • Studium:
    • Deutsche Sporthochschule Köln und  Universität Köln
    • in Japan an der Nihon Taiiku Daigaku.
  • Kurse, Vorträge und Lehraufträge an Universitäten/ Institutionen im In- und Ausland.
  • Eigene künstlerische Tätigkeit an der Oper Köln und in verschiedenen freien Gruppen (zusammen mit Anna Tiedt) regelmäßige eigene Aufführungen und Inszenierungen, Shows und Großveranstaltungen.
  • Zusammen mit Anna Tiedt Entwicklung des künstlerisch- wissenschaftlichen Konzeptes im Fach Spiel-Musik-Tanz/ Bewegungstheater und Konzeptionierung des Masterstudienganges V.I.E.W
  • Mitglied im Vorstand der LAG Musik NRW

Gabriele Bocek

  • Hochschulstudium Pädagogik
  • berufsbegleitende Ausbildungen zur Rhythmikerin (1994) und Diplom-Tanzpädagogin (2004)
  • seit 1999 freiberuflich tätig in den Bereichen Tanz, Theater, Musik u.w.
  • seit 2005 Schauspielerin, Tänzerin, Choreografin u.a. in den Stücken „Grenz.Fall“, „lebenslänglich“, „Körper“ und „Schwingungen“
  • künstlerische Leiterin des Mondstaubtheaters sowie Leiterin des Tanztheaterensembles

Matthias Markstein

  • Ausbildung als Tänzer und Tanzpädagoge (Palucca Hochschule für Tanz Dresden)
  • 2010 – 2016 Künstlerischer Mitarbeiter an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden
  • aktuell als Tänzer, Choreograf, Tanzpädagoge und Tantrainer (inter-)national unterwegs
  • unterrichtet Zeitgenössischen Tanz, Körperarbeit, Bewegungsanalyse, Improvisation u.w.
  • Inspirationen: u.a. Moderne Tanztechniken, Pilates, Laban-Bartenieff Bewegungsstudien
  • Zusammenarbeit mit Mondstaubtheater seit 2010, z.B. als Choreograf für „Körper“
  • Trainingsmeister und Assistent der Ballettdirektorin im Theater Plauen-Zwickau
  • seit 2018 eigenes Studio für Pilates + Tanz in Hartenstein/ Erzgebirge www.mmarkstein.de