“Bewegte Welten”

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt: wir möchten unser Tanz-Symposium “Bewegte Welten” noch in diesem Jahr vom 24. – 26.09.2021 nachholen.

Das Thema bleibt wie bereits angekündigt “Tanz und Spiel in Pädagogik und Therapie”. Gemeinsam mit anerkannten Spezialist*innen aus Theatertherapie, Schauspiel, Laban-Bartenieff Bewegungsstudien und Tanzpädagogik beschäftigen wir uns mit der Frage, welche Formen der darstellenden Künste in pädagogische und therapeutische Prozesse eingehen können.

An drei Tagen bieten wir Workshops, die alle Teilnehmenden durchlaufen. Zum einen ist Ilil Land-Boss zu Gast, die “Rituelle Strukturen und Elemente als Medium in Therapie und Pädagogik” vorstellen wird. Zum anderen begrüßen wir Anna und Wolfgang Tied, die gemeinsam mit den Teilnehmenden erforschen, was passiert, “Wenn der Tanz mit dem Theater in Bewegung kommt”.

In dieser Zeit geht es um Selbsterfahrung und das Schaffen von Handlungsspielräumen, um auf Körper und Geist Einfluss zu nehmen. Das Erleben steht im Vordergrund.

Zeitlicher Ablauf Tanz-Symposium 2021

Freitag, 24.09.2021
16 Uhr Ankommen
17 – 18 Uhr Körperarbeit “Bewegt in Verbindung” Matthias Markstein
18 – 19 Uhr Tanz & Spiel: Kennenlernen Gabriele Bocek
19:30 Uhr Abendessen & Vorstellung der Referent*innen
Samstag, 25.09.2021
8:30 – 9:30 Uhr Guten Morgen, Körper Matthias Markstein
10 – 13 Uhr Workshop 1: “Wenn der Tanz mit dem Theater in Bewegung kommt” Catharina Gadelha
Workshop 2: “Rituelle Strukturen und Elemente als Medium in Therapie und Pädagogik” Ilil Land-Boss
13:30 Uhr Mittagessen
15 – 18 Uhr Gruppenwechsel zum jeweils anderen Workshop (unter Vorbehalt) C. Gadelha/ I. Land-Boss
18:30 Uhr Abendessen
20 Uhr Abendprogramm und Austausch
Sonntag, 26.09.2021
8:30 – 9:30 Uhr Guten Morgen, Körper Matthias Markstein
10 – 11:30 Uhr Fortsetzung Workshop 1 und 2 C. Gadelha/ I. Land-Boss
11:45 – 13:15 Uhr Gruppenwechsel zum jeweils anderen Workshop C. Gadelha/ I. Land-Boss
13:15 – 13:45 Uhr Reflexion und Abschied
13:45 Uhr Mittagessen

Organisatorisches & Anmeldung

Hier geht’s zum Anmeldeformular

Pädagog*innen und Therapeut*innen in Bereichen der Kunst und angrenzenden Ressorts sind gefragt sowie alle, die sich gerne mit menschlicher Bewegung beschäftigen.

Die durchgängige Anwesenheit aller Referent*innen und Teilnehmenden ist erwünscht, um den Austausch und die Vernetzung umfassend zu ermöglichen. Alle Teilnehmenden erhalten einen Nachweis über die Anwesenheit und die Inhalte der Veranstaltung in Form einer informellen Urkunde, sowie eine Arbeitsmappe mit den zusammengefassten Schwerpunkten.

Teilnahmebeitrag:          Frühbucher bis 23.07.2021        160,- €/ 110,- € ermäßigt

danach                                             190,- € / 120,- € ermäßigt

Ermäßigung gilt für Student*innen, Auszubildende, Teilnehmende eines Freiwilligendienstes. Bei besonderen sozialen Lebenslagen nach Absprache. Die Teilnahme kann auch gefördert werden durch einen Prämiengutschein des Bundesprogramms „Bildungsprämie“.

Anmeldeschluss: 08.09.2021

Rückfragen an: Nicole Lorenz unter n.lorenz@mondstaubtheater.de oder 0375/ 606 10 655

Workshops

Workshop 1: “Wenn der Tanz mit dem Theater in Bewegung kommt”

…versteht das Theater die getanzte Bewegung und tanzend zeigt das Theater, wie beweglich es sein will und kann. Dies wollen wir an einer ausgewählten Ausgangsidee aufzeigen.

Unsere künstlerische Vorgehensweise orientiert sich an den Methoden der strukturierten Improvisation. Zum Einen prozessorientiert verstanden als Technik des Explorierens und Experimentierens mit Hilfe variabler Aufgabenstellungen, zum anderen produktorientiert als Methode der Erfindung und Entwicklung von Gestaltungsergebnissen im Sinne von „der Prozess bestimmt und macht das Produkt“.

Die Ziele des Workshops sind:

  • Anhand von Theorie und praktischer Anwendung, Kenntnisse gewinnen über Methoden der Strukturierten Improvisation in Tanz und Theater
  • Kurze kulturgeschichtliche Herleitung vom Ausdruckstanz zum Tanz – und Bewegungstheater (Aufgabenbeispiele zu verschiedenen Ansätzen Tiedt/Tiedt, Pina Bausch u.a.)
  • Bewusste Auseinandersetzung mit dem Gedanken “motion is emotion”, sich bewegende Körper als Bedeutungsträger und Symbol für Ideen, Themen etc. wahrnehmen und erkennen können

Workshop 2: “Rituelle Strukturen und Elemente als Medium in Therapie und Pädagogik”

Der Workshop wird u. a. von der Annahme geleitet, dass im Leben und Alltag der meisten Menschen hier und heute zahlreiche Übergänge keine ausreichende Gestaltung und rituelle Einrahmung finden und dass dieses Fehlen von Zeit, Raum und rituellen Gefäßen zu emotionalen und psychischen Belastungen führen kann.

Nicht nur bei Tod und Verlust, sondern auch bei Übergängen von einer Lebenssituation zu einer anderen, z. B. Beruf, Lebensalter oder Beziehung und Familie betreffend, können kleinere oder größere Trauerprozesse eine zentrale Rolle spielen, in denen das Alte verabschiedet wird, damit das Neue angenommen werden kann.

Individuelle Empfindungen können so eine gewisse Einbettung in einen größeren Rahmen erfahren, und die ästhetische Distanzierung kann einen Zugang und gleichzeitig eine Gestaltgebung und dadurch Handhabung erlauben.

Ebenso können rituelle Strukturen und ‘Raster’ auch den Aufbau therapeutischer und pädagogischer Prozesse bereichern.

Es werden rituelle Strukturen sowie einige Formen – Gesten, Körperhaltungen und einfache Bewegungen – vorgestellt, die in unterschiedlichen Kulturen im Kontext von Übergängen vorkommen. Damit soll ein experimenteller Ausdrucksraum eröffnet werden, in dem Aspekte des Lebens und der Persönlichkeit der Teilnehmenden, die aktuell eine Beachtung benötigen, einen Ausdruck in einem klar gerahmten rituellen Gefäß finden können.

‘Theoretische‘ Inputs zu gemeinsamen Wurzeln von Theater, Therapie und Ritual, zu Strukturen von Übergangsritualen und zu einer Ritualstruktur, an der sich die Theatertherapie häufig orientiert, sollen den Workshop bereichern.

Körperarbeit “Bewegt in Verbindung” und “Guten Morgen, Körper”

In diesen beiden Formaten finden Sie innerhalb unseres Symposiums die Möglichkeit unabhängig vom regulären Programm, sich und Ihrem Körper Zeit zu geben. In 60 Minuten Starterpaket vor den Workshops können Sie Bewegungsimpulsen folgen und über Wahrnehmen ins Tun kommen. Es geht um Zentrieren und das Differenzieren von Körperspannung. Innerhalb verschiedener koordinativer Bewegungsmuster kann es zwar anstrengend werden, allerdings geht es gezielt darum, Körperverbundenheit zu erfahren.

Referent*innen

Ilil Land-Boss

  • M. A. in Theater- und Filmwissenschaft, Kulturanthropologie und Linguistik
  • Theatertherapeutin DGfT reg., Heilpraktikerin für Psychotherapie, Schauspielerin, Regisseurin, Performerin, Dozentin für Theater, Theaterpädagogik und Theatertherapie
  • 2017 – 2018 Gastprofessorin am einzigen deutschen Lehrstuhl für Theatertherapie (HfWU Nürtingen-Geislingen)
  • Dozentin am ITT Institut für Theatertherapie, an der HMT Hochschule für Musik und Theater Rostock, an der Akademie für Kulturelle Bildung Remscheid uvm.
  • Besondere Schwerpunkte meines Interesses sind Ritualität, Trauma, transgenerationelle Dynamiken, kollektive Themen, transkulturelle Ansätze

Catahrina Gadelha

  • klassische Tanzausbildung
  • 1984 – 1987 Sportstudium an der Universität von Brasília, Brasilien
  • 1990 – 1994 Ausbildung in Elementaren Tanz bei Graziella Padilla und Bewegungstheater bei Anne Tiedt und Prof. Wolfgang Tiedt an der DSHS in Köln
  • 1992 – 1996 Mitbegründerin der Tanz Compagnie „Terza E Uno“ in Köln (als Tänzerin und Choreografin)
  • 1994 – 1996 Tanz-Pädagogisches Studium an der Hochschule für Musik und Tanz Köln
  • Seit 2000 choreografiert sie für Schauspieler* innen, sowohl in Stadttheatern wie für freie Theatergruppen im In- und Ausland
  • Seit 2003 Weiterbildungsreferentin im Bereich „Tanz für Kinder und Jugendliche“ für Tanz- und Theaterschaffende in In- und Ausland
  • Seit 2008 Lehrbeauftragte am Institut für Tanz- und Bewegungskultur der Deutschen Sporthochschule Köln
  • Seit 2011 Lehrbeauftragte für Tanz beim „Forum Musik & Tanz“ an der Universität Bonn
  • Ab Juli 2021 Künstlerische Leiterin des AGORA Theaters – Das Theater der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgien

Gabriele Bocek

  • Hochschulstudium Pädagogik
  • berufsbegleitende Ausbildungen zur Rhythmikerin (1994) und Diplom-Tanzpädagogin (2004)
  • seit 1999 freiberuflich tätig in den Bereichen Tanz, Theater, Musik u.w.
  • seit 2005 Schauspielerin, Tänzerin, Choreografin u.a. in den Stücken “Grenz.Fall”, “lebenslänglich”, “Körper” und “Schwingungen”
  • künstlerische Leiterin des Mondstaubtheaters sowie Leiterin des Tanztheaterensembles

Matthias Markstein

  • Ausbildung als Tänzer und Tanzpädagoge (Palucca Hochschule für Tanz Dresden)
  • 2010 – 2016 Künstlerischer Mitarbeiter an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden
  • aktuell als Tänzer, Choreograf, Tanzpädagoge und Tantrainer (inter-)national unterwegs
  • unterrichtet Zeitgenössischen Tanz, Körperarbeit, Bewegungsanalyse, Improvisation u.w.
  • Inspirationen: u.a. Moderne Tanztechniken, Pilates, Laban-Bartenieff Bewegungsstudien
  • Zusammenarbeit mit Mondstaubtheater seit 2010, z.B. als Choreograf für “Körper”
  • Trainingsmeister und Assistent der Ballettdirektorin im Theater Plauen-Zwickau
  • seit 2018 eigenes Studio für Pilates + Tanz in Hartenstein/ Erzgebirge www.mmarkstein.de